Aktuelles · Kinderrechte · Themen 17. Oktober 2019 · jm

„Kinder haben das Recht auf eigene Erfahrungen“

Die freie Natur bietet Kindern eine spannende Spiel- und Lernumgebung. Sie eröffnet ungeplante Erfahrungsmomente. Hier können sie sich selbst ausprobieren, in verschiedene Rollen schlüpfen, Themen durchleben und sich somit kreativ mit der Welt auseinandersetzen.

Kinder sollen in unseren Krippen, Kindergärten und Horten die Erfahrung machen, dass ihre Rechte, wie sie in der UN-Kinderrechtskonvention beschrieben sind, anerkannt und gelebt werden. So unterstützen wir Kinder darin, selbstständige, selbstbewusste, vorurteilsbewusste und verantwortungsvolle Mitglieder einer demokratischen Gesellschaft zu werden.

„Kinder haben das Recht auf eigene Erfahrungen. Dies bedeutet auch, zu lernen mit Risiken und Herausforderungen umzugehen.“

Klassische Spielplätze bieten Kindern meist Vieles zum Klettern, Rutschen, Schaukeln und Balancieren. Doch die Gestaltung ist oft wenig naturnah und die Bewegungsmöglichkeiten sind durch die Spielgeräte vorgegeben. Erfahrungen in der Natur werden für viele Kinder seltener. Dabei erleben sie in der Natur eine Vielfalt an Formen, Oberflächen, Farben und Gerüchen und somit eine ganz besondere Lernumgebung.

In der Natur zu spielen bedeutet für Kinder Vielfalt, Kreativität, Ausprobieren. Es gibt kein Klettergerüst und keine Rutsche, dafür aber Baumstämme, die zum Klettern einladen. Zwischen zwei kleinen Bäumen lässt sich z. B. eine Höhle bauen, im Spiel kann daraus auch eine Feuerwache entstehen und Stöcke werden zu Feuerwehrschläuchen.

Das Spiel in der Natur bietet vor allem die Chance auf ein selbstgesteuertes Spiel ohne vorgefertigte Materialien. Das ist für die kindliche Entwicklung wichtig, weil es Raum bietet, sich selbst auszuprobieren, in verschiedene Rollen zu schlüpfen, Themen zu durchleben und sich somit kreativ mit der Welt auseinanderzusetzen.

Die Natur bietet viele Möglichkeiten zur Bewegung. Damit unterstützt die natürliche Umgebung die motorische Entwicklung von Kindern, die so bedeutsam für ihre gesunde Entwicklung ist. Und Kinder benötigen vielfältige körperliche Herausforderungen! Dies kann in der Natur gut umgesetzt werden. Allein ein unebener Waldboden, alte Wurzeln zum Klettern oder Stämme zum Balancieren bieten Herausforderungen für Kinder. Kinder müssen sich dabei ganz automatisch mit der Natur und sich selbst auseinandersetzen: Was schaffe ich? Kann ich so hoch klettern? Und wie fühlt es sich an alleine oder mit Hilfe von dem Stamm zu springen? So können sie Selbstwirksamkeit erleben. Gleichzeitig erleben die Kinder Natur zum Anfassen und zum Begreifen.

Interview: Warum Naturerlebnisse für die (frühkindliche) Entwicklung so wichtig sind

Prof. Dr. Ulrich Gebhard lehrt Didaktik der Biowissenschaften an der Universität Hamburg. Im Interview unseres FRÖBEL PädagogikBlogs erläutert er, warum Naturerlebnisse für die (frühkindliche) Entwicklung so wichtig sind.

  • Braucht ein Kind Naturerlebnisse?
  • Was sollte das natürliche Umfeld bieten, um attraktiv und anregend für Kinder zu sein?
  • Was zeichnet gute Pädagogik zur Naturbildung aus?

Hier geht es zum Interview „Rein in die Natur – Warum?“

Die Rechte von Kindern bilden das Fundament der pädagogischen Praxis in allen FRÖBEL-Einrichtungen. Sie sind in unserem pädagogischen Leitbild fest verankert.   

In den Wochen zwischen dem Weltkindertag und dem 30. Jahrestag der UN-Kinderrechtskonvention am 20. November 2019 stellen wir jede Woche ein Kinderrecht aus dem FRÖBEL-Leitbild vor und zeigen, wie es in der täglichen Praxis gelebt wird.   

Weil uns über unsere eigene Arbeit hinaus wichtig ist, dass Erwachsene die Rechte von Kindern verstärkt wahrnehmen und in ihrem Handeln berücksichtigen, unterstützen wir unter anderem die Initiative Kinderrechte ins Grundgesetz.